Wochenrückblick: Rürup macht wirtschaftsweise

Wochenrückblick: Rürup macht wirtschaftsweise

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Der Chefökonom Bert Rürup kommentiert im Wochenrückblick Wirtschaft, Politik und Wissenschaft

Professor Bert Rürup macht wirtschaftsweise - jeden Freitag im Wochenrückblick des Newsletters "Der Chefökonom".
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Rürup macht wirtschaftsweise in der Sicherheitspolitik

Fakt ist: Deutschland mahnt seit Gauck an, dass man immer was tun müsste. Aber faktisch ist dort gegenwärtig Deutschland der Bremser, wenn es darum geht, Europa als eigenständige Machtposition des Westens zu etablieren.

In allen Punkten, die Macron angesprochen hat, ist Deutschland Landesmeister im Untertauchen.

Dass es eine französische und eine britische Atombombe gibt, war ja, als es eingeführt worden ist, letztlich auch ein Symbol gegen den Niedergang der beiden großen Reiche. Damit kann man heute nicht mehr diese Rüstung begründen. Wenn wir wirklich der Ansicht sind, dass die USA sich auf ihre nationalen Interessen sehr stark zurückziehen, so haben wir hier in Europa ein Vakuum. Die Briten sind ausgezogen. Bliebe also auf dem Kontinent Frankreich.

Rürup über Konjunktur

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Deutschland hätte eigentlich Wichtigeres zu tun, als sich mit sich selbst zu beschäftigen. Denn

  • der deutschen Industrie geht es weiterhin sehr schlecht und
  • angesichts der Seuchengefahr in China weiß niemand, wie lange diese rezessive Phase der Industrie noch dauern wird
  • und vor allem nicht, ob dies alles in einem gesamtwirtschaftlichen Abschwung mündet.

Wirtschaftsweise in Krankenversicherung

Das Nebeneinander von privater und gesetzlicher Krankenvollversicherung in Deutschland ist ein historisch gewachsener Anachronismus. Es ist verständlich, wenn sich nicht nur die Partei DIE LINKE und die SPD, sondern auch die meisten Bundesbürger für eine gesetzliche Krankenversicherung ohne Trennung nach der Art der Berufstätigkeit oder der beitragspflichtigen Einkommen, also eine Bürgerversicherung, aussprechen.

Viel klüger, als von der schnellen Einführung der Bürgerversicherung zu träumen, wäre es, für mehr Wahlfreiheit und Wettbewerb auf dem Krankenversicherungsmarkt zu sorgen – und zwar nicht nur innerhalb der Systeme, sondern auch zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Dazu wäre ein Wahlrecht von Beamten zwischen GKV und PKV ein erster Schritt, wie dies bereits einige Bundesländer eingeführt haben oder planen. Seltsam, dass über so etwas Naheliegendes und Umsetzbares bei der heftigen Diskussion über eine neue Studie zum Krankenversicherungsmarkt nicht nachgedacht wurde. 

Wochenrückblick: Rürup macht wirtschaftsweise
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Grundrente: Rürup macht wirtschaftsweise

Die von den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie finanzierte Lobby-Organisation „Neue Soziale Marktwirtschaft“ zeichnete den Sozialminister mit der „Goldenen Gießkanne“ aus. Man darf davon ausgehen, dass Heil trotz dieser – als Auszeichnung camouflierten – Schmähung stolz ist auf seine Leistung und sein Verhandlungsgeschick beim Durchboxen der Grundrente.

Die Grundrente ist nicht frei von handwerklichen Fehlern, dennoch ist sie eine erste substanzielle Antwort auf den postindustriellen Arbeitsmarkt. Dieser ist gekennzeichnet durch

  • eine hohe Lohnspreizung,
  • einen großen Niedriglohnsektor
  • durchbrochene Erwerbsbiografien und
  • dauerhafte Teilzeitbeschäftigung.

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Zudem ist die Grundrente eine Antwort auf die ansonsten stark zunehmende Altersarmut in Ostdeutschland.

Rürup über ein neues BIP-Konzept

Mitte dieser Woche ist die von Dennis Snower, dem ehemaligen Präsidenten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), geleitete Forschergruppe „Global Solutions Initiative“ mit einem medial stark beachteten Konzept an die Öffentlichkeit getreten: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll nicht abgeschafft, sondern gleichberechtigt neben drei anderen Indikatoren in einem Dashboard ausgewiesen werden. Die vier Elemente dieser Art von Armaturenbrett sind:  

  • das BIP pro Kopf,
  • der Empowerment-Index für die individuelle Gestaltungsfähigkeit,
  • der Environmental Performance Index für die Umweltbelastung und
  • der Charities-Aid-Foundation-Index zur Messung der Bereitschaft, einem Fremden zu helfen, Geld zu spenden oder gemeinnützige Arbeit zu leisten.

Es sei die Prognose gewagt, dass auch diese sympathische Idee das intuitiv eingängige BIP nicht vom Thron der Wirtschaftsindikatoren stoßen wird. 

Der Chefökonom

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